Rücktritt von Bürgermeister Herbert Kumpfmüller

Veröffentlichungsdatum23.03.2020Lesedauer3 Minuten


HERBERT KUMPFMÜLLER

BÜRGERMEISTER

DER MARKTGEMEINDE

LEMBACH i. M.

Lembach, 23. März 2020


Sehr geehrte Lembacherinnen und Lembacher!


Mit 66 Jahren, da fängt (angeblich) das Leben (noch einmal) an… Hab ich da etwa schon ein Jahr versäumt? Na und!



Nachdem ich mehr als mein halbes Leben lang in der Gemeindepolitik verbracht habe, davon 30 Jahre als Bürgermeister der Marktgemeinde Lembach, scheide ich - wie schon länger festgelegt - mit heutigem Tage aus meinen politischen Funktionen. Vizebürgermeister Hermann Bruckmüller wird bis zur wegen der Corona-Krise erst später im Gemeinderat stattfindenden Bgm-Neuwahl die Amtsgeschäfte führen, wofür ich ihm sehr herzlich danke.

Neben der erfolgreichen Weiterentwicklung unserer Heimatgemeinde Lembach durfte ich auch 29 Jahre lang im Vorstand unseres Sozialhilfeverbandes an dessen enormen Aufwärtsentwicklung mitarbeiten. Aber auch die 17 Jahre als Arbeitgebervertreter im Verwaltungsausschuss der Oö. Gemeinde-Krankenfürsorge habe ich mit großem Interesse ausgeübt. Zusammen mit meiner 22-jährigen Tätigkeit in mehreren Gremien des Sozialsprengels Südwestliches Mühlviertel (Kuratorium, ARCUS, ARTEGRA bzw. Altenfeldner Werkstätten) habe ich einen sehr tiefen Einblick in unser so aufwändiges wie notwendiges soziale Sicherheitsnetz bekommen, auf das wir auch in unserem Bezirk sehr stolz sein können.


In der Sparkasse-Mühlviertel West Bank AG vertrete ich seit 1990 unsere Marktgemeinde Lembach im Aufsichtsrat und in diversen Ausschüssen und seit 2010 den Sparkassenverband Österreich Mitte-West im Aufsichtsrat des Österr. Sparkassen Prüfungsverbandes.


Und auch die 16 Jahre im Vorstand unseres INKOBA-Gemeindeverbandes Donau-Ameisberg wurden zu einer nicht gleich vorhersehbaren Erfolgsgeschichte.


In all meinen Funktionen habe ich mit sehr vielen BürgermeisterkollegInnen zusammenarbeiten dürfen, in fast jeder der rund 40 Bezirksgemeinden waren das über diese 3 Jahrzehnte hinweg etwa 3-4 BürgermeisterInnen. Für die offene und von gegenseitigem Vertrauen getragene Zusammenarbeit möchte ich mich herzlich bedanken. Es ist ja kaum zu glauben: Am Beginn meiner Bürgermeistertätigkeit 1990 gab es im Bezirk nur 2 gemeindeübergreifende Einrichtungen: den Sozialhilfeverband und die Bürgermeisterkonferenz, sonst nichts. Heute hingegen entsenden alle Bezirksgemeinden ihre VertreterInnen in Gremien von rund 10 verschiedenen gemeindeübergreifenden Institutionen. Das ist eine enorme positive Veränderung, welche unbedingt fortgesetzt werden sollte.


Bedanken darf ich mich sehr herzlich auch bei der gesamten Gemeindebevölkerung von Lembach für das jahrzehntlange Vertrauen und das ehrenamtliche Engagement von so vielen Menschen. Ich bedanke mich auch für die ausgesprochen gute Zusammenarbeit der Parteien im Gemeinderat und wünsche allen GemeinderätInnen sowie allen GemeindemitarbeiterInnen weiterhin viel Freude und Gestaltungskraft bei der Arbeit für unsere GemeindebürgerInnen.


Nach 4 Jahrzehnten Lehrer- und Leitertätigkeit an der HS Lembach samt arbeitsreichen, aber sehr schönen Funktionen im Sportbereich habe ich nach meiner Pensionierung 2013 jedenfalls keinen Pensionsschock verspürt. Nun aber werde ich mehr Zeit haben, zB für „womöglich sogar anticoronal wirkende“ Lyrik von Hermann Hesse:


                          Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe                             

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

An keinem wie an einer Heimat hängen,…



Liebe Grüße und gesund bleiben oder werden!